Jagen: ein wichtiger Teil der Kultur Österreichs

Hunting

Seit es die Menschheit gibt, wird gejagt. In der alten chinesischen Kultur war die Jagd in den frühen Hochkulturen des Nahen Ostens und Ägyptens ein Privileg der Herrscher. Die griechische und römische Antike war im Gegensatz dazu liberal: jeder durfte jagen. Heutzutage wird nach genauen Vorschriften und altem Brauch gejagt. Das erlegte Wild wird auf die Seite gelegt und nach Stärke und Wert in dieser Reihenfolge aufgereiht: Männlich, weiblich, Hochwild, Niederwild, Haarwild, Federwild. Auf eine lange Tradition zurückgreifen kann die Jagd in Österreich. Die Jagd ist nicht nur eine Leidenschaft. Vielmehr ist sie notwendig, um Wald und Wild zu erhalten. Die Hege zählt als Grundelement für die Jagd in Österreich. Ihr Ziel ist es, einen artenreichen und gleichzeitig gesunden Wildbestand zu erhalten, ohne dabei die Interessen der Land- und Forstwirtschaft aus den Augen zu verlieren.

Um in Österreich Jäger zu werden, muss die Jagdprüfung abgelegt werden. Voraussetzungen dafür sind ein Mindestalter von 18 Jahren (in Ausnahmefällen 16) und eine Strafregisterbescheinigung. Bezüglich der Jagdreviere gibt es für selbständiges Jagen in bundesforstlichen Revieren diverse Angebote, von der Großjagd bis zum Kleinrevier. Angeboten werden sowohl traditionelle Pachtverträge als auch ein- oder mehrjährige „Abschussverträge“ oder „Pirschverträge“. Tradition und Bräuche werden allerdings nicht überall als positiv angesehen. Es gibt Jagdgegner und Initiativen zur Abschaffung der Jagd. Die Begründungen sind sehr unterschiedlich. Mal sind es jägerlichen Praktiken, die in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß seien, dann wiederum Praktiken, die tierschutzrechtlich problematisch seien. Das Image der Jäger wird durch den starken Gegenwind ein wenig angekratzt. Theodor Heuss, der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, war bereits als Jagdgegner bekannt („Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.“) Unabhängig davon welche Meinung man teilt; eines steht fest:

Die Jagd ist in Österreich ein wirtschaftlicher Faktor, den man mit seinem jährlichen Gesamtumsatz von etwa 475 Millionen Euro nicht unterschätzen sollte.