Fischen, der Lieblings-Zeitvertreib

Fish, the favorite pastime

Der Fisch hatte als natürliches Nahrungsmittel schon immer eine große Bedeutung. Wo früher noch per Hand gefangen wurde, kamen später die ersten Angelerfindungen hinzu, um die glitschige Angelegenheit zu vereinfachen. Rentiersehnen, Pferdehaare in Verbindung mit Knochensplittern oder Tierzähnen waren der erste Schritt in die moderne Angelentwicklung wie wir sie heute kennen. Ursprünglich konnte man natürlich nicht von einem Zeitvertreib sprechen. Das Angeln war eine Notwendigkeit, um die Familie ernähren, den Fisch gegen andere notwendige Gegenstände zu tauschen oder schlicht und ergreifend verkaufen zu können. Erst im Mittelalter war das Sportangeln Teil des Freizeitvergnügens. Besonders die höheren Schichten fanden Gefallen daran.

Jedoch fanden mit der Zeit mehr und mehr Menschen ihren Weg zum Angeln – unabhängig von Schicht oder Titeln. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Anglervereine, dessen Mitglieder meist aus der besser verdienenden Bevölkerung bestand. Die Mitglieder besaßen meist eigene Fischgründe. Dem Rest der Bevölkerung blieb das Fischen in öffentlichen Gewässern, was hier und da zu Streit mit den Berufsfischern führte, da diese um ihren Umsatz besorgt waren. Der erste Deutsche Anglerbund wurde 1900 gegründet in der Hoffnung, sich gegen die staatlichen Fischereigesetze zur Wehr setzen zu können. Dieses Gesetz hätte die Ober- mit den anderen Schichten gleichgestellt. Im Gegenzug wurde 1921 der Arbeiter-Angler-Bund Deutschlands quasi als Gegenbewegung gegründet. Bis heute gibt es Gegner und Befürworter. Im Laufe der Jahre hat sich – nicht zuletzt auch dank der diversen Medienberichte – das Fischen etabliert. Immer mehr begeisterte Angler versuchen sich in den weltweiten Gewässern. Ob Brandungsfischen oder Fliegenfischen, Forelle oder Karpfen, Fluss oder See: Fischen ist nicht nur Zeitvertreib, sondern auch Entspannung und Abenteuer. Und wenn ein Fisch erst einmal angebissen hat, ist es mit der entspannten Ruhe vorbei. Dann muss er aus dem Wasser und entsprechend bearbeitet werden. Aber auch das gehört ja bekanntlich dazu und irgendwie gehört ja auch das zum Zeitvertreib.